Deutscher Gewerkschaftsbund

04.06.2018

Die gesetzliche Rente wieder stärken

Nach einem langen Arbeitsleben müssen die Menschen im Alter gut von ihrer gesetzlichen Rente leben können. Wer diesen Grundsatz aufweicht, die gesetzliche Rente beschneidet und die Arbeitnehmerinnen und -nehmer mit privater Vorsorge einer ungewissen Zukunft überlässt, der verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen und gefährdet den sozialen Frieden in unserem Land.

Lächelnde junge Frau umarmt lächelnde alte Frau

DGB/Tyler Olson/123rf.com

Fakt ist:

Ein niedrigeres Rentenniveau bedeutet weniger Rente – trotz langer Arbeit.

Läge das Rentenniveau unter 42 Prozent, müssten alle Beschäftigten wesentlich länger arbeiten, um die gleiche Rente wie heute zu erreichen. Bei einem Lohn von 2.500 Euro wären das beispielsweise fast 42 statt rund 37 Jahre Arbeit – für eine Rente gerade über der Grundsicherung.

Ja, die Renten steigen (fast) jedes Jahr. Doch sie steigen im Schnitt langsamer als die Löhne. Rentnerinnen und Rentner werden also in geringerem Umfang am steigenden Wohlstand beteiligt.

Und jede Unterbrechung in der Erwerbsbiografie oder Zeiten mit Niedriglohn schmälern die gesetzliche Rente weiter. Dabei gehören zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Teilzeit, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen für viele Beschäftigte zur Lebensrealität.

Private Vorsorge kann die Lücke nicht schließen.

Seit der Rentenreform 2001 hat sich gezeigt: Die Lücken in der gesetzlichen Rente kann man durch private Vorsorge nicht ausgleichen – schon gar nicht in Zeiten niedriger Zinsen. Denn viele können sich die hohe Belastung durch private Vorsorge nicht leisten, da hilft auch die staatliche Förderung wenig. Die vom Staat, Banken und Versicherungen angepriesenen privaten Riester-Renten sind für die meisten zu teuer und am Ende kommt dabei zu wenig heraus.

Nicht einmal jeder fünfte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte kann den Mindesteigenbeitrag aufbringen, nur etwa jeder dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hat überhaupt eine „Riester-Rente“ und auf eine betriebliche Rente kann nur etwa die Hälfte zählen.

Im Klartext: Jede/r Beschäftigte, das heißt über 73 Millionen gesetzlich Rentenversicherte, ist vom Sinkflug des Rentenniveaus betroffen. Besonders spüren werden es Menschen mit niedrigem Lohn, die keinen Spielraum für private Vorsorge haben, und unsere jungen Generationen, für die das geltende Recht vorsieht, dass der Beitragssatz 2045 auf 23,6 Prozent steigt, während das Rentenniveau dramatisch sinkt.


Welche Maßnahmen die Politik ergreifen muss, um die gesetzliche Rentenversicherung für die Zukunft stark zu machen, erklären wir hier:


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Flyer "Rente mit Zukunft"

Kurs­wech­sel bei der Ren­te: Was jetzt pas­sie­ren muss
DGB
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine acht Mitgliedsgewerkschaften wollen den Sinkflug der gesetzlichen Rente. Mit unserer Kampagne "Rente muss reichen" haben wir erreicht, dass die Politik sich bewegt. Wir haben erreicht, dass die Frage einer guten Alterssicherung wieder politisch diskutiert wird. Die neue Bundesregierung ist die ersten Schritte gegangen. In unserer Broschüre "Rente mit Zukunft" zeigen wir, wie es jetzt weitergehen muss.
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DGB-Stellungnahme zum Entwurf des RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetzes (Rentenpaket I)

Dokument ist vom Typ application/pdf.

DGB-Stellungnahme zum "Rentenpaket I" - Entwurf eines Gesetzes über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz): "Der Gesetzentwurf ist in seinen Grundzügen und in wesentlichen Teilen zu begrüßen. In einigen Details und insbesondere bei der Finanzierung muss jedoch nachgebessert werden."

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Wir sind jun­gen Men­schen ei­ne gu­te Ren­te schul­dig
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"Nach langer Zeit weist die Rentenpolitik endlich wieder den Weg in Richtung besserer Leistungen der gesetzlichen Rente", sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach zu den heutigen Beratungen zur gesetzlichen Rente im Bundestag. Das Rentenniveau müsse dauerhaft stabilisiert und angepasst werden, damit auch junge Menschen in Zukunft eine gute Rente bekommen können.
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Am 1. Januar 2019 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Der Mindestlohn steigt, es gibt Neuerungen bei der Rente und endlich zahlen die Arbeitgeber wieder den gleichen Anteil für den Beitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung. Was ändert sich noch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Eine Übersicht.
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Behörden und Sozialgerichte müssen Unterhaltstitel nicht ungeprüft übernehmen, wenn diese offensichtlich nicht den gesetzlichen Unterhaltspflichten entsprechen.
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Ren­ten­pa­ket 2018 – wei­ter auf ei­nem gu­ten Weg
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Das Rentenpaket 2018 mit deutlichen Leistungsverbesserungen liegt vor. Die Regierung geht den Weg weiter, die Leistungsseite wieder in Ordnung zu bringen. Trotz einiger Mängel ist das Rentenpaket insgesamt zu begrüßen. Aber weitere Maßnahmen müssen folgen. Einerseits müssen nicht beitragsgedeckte Leistungen wie die Kinderzeiten für vor 1992 geborene Kinder aus Steuern finanziert werden. Andererseits muss das Rentenniveau dauerhaft stabilisiert und wieder angehoben werden. Das Ganze muss ergänzt werden um einen stärkeren Solidarausgleich.
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DGB/Tyler Olson/123rf.com
"Wir müssen dafür sorgen, dass die gesetzliche Rente in Zukunft wieder für ein gutes Leben reicht. Das hilft Jüngeren und Älteren", sagt Anna Leona Gerhardt von der DGB-Jugend. Sie nimmt am 4. und 5. September für die Gewerkschaftsjugend am Generationendialog der Rentenkommission teil.
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