Deutscher Gewerkschaftsbund

12.02.2019

Mehrheit in Umfrage für Grundrente

Das Konzept von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sorgt in der Koalition für Streit

Älterer Mann, ältere Frau, jüngerer Mann, jüngere Frau lehnen an Holz-Geländer und blicken lächelnd in die Ferne

Colourbox.de

Mit 61 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit der Befragten im aktuellen „ZDF-Politbarometer“ für die Einführung einer Grundrente aus; 34 sind dagegen. Blickt man bei den am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrageergebnissen auf die Parteipräferenzen wird eines schnell deutlich: Die aus Steuergeldern finanzierte Grundrente befürworten in großer Mehrheit die linken Parteien im Bundestag. Bei der SPD sind es 74 Prozent, bei den Grünen 72 Prozent und bei der Linkspartei 70 Prozent. Nur 46 Prozent der CDU-Anhängerinnen und -Anhänger sowie 40 Prozent der FDP-Anhängerinnen und -Anhänger finden eine Grundrente nach dem Modell von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gut.

Danach soll die Rente von Menschen, die mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt, Kinder erzogen oder  Angehörige gepflegt haben, aber dabei lange zu Niedriglöhnen gearbeitet haben, eine Erhöhung der Rente bekommen. Ziel ist, dass niemand, der oder die ein Leben lang in Arbeit war, am Ende zum Sozialamt muss. Heil will mit dem Konzept in erster Linie die Lebensleistung anerkennnen und damit einen Beitrag zur Armutsprävention leisten. 

Die Frage, ob sie sich im Alter finanziell gut abgesichert fühlen beantworteten 58 Prozent mit „ja“ und 40 Prozent mit „nein. Stark auffällig dabei: Nur 21 Prozent der Menschen, die sich nicht ausreichend fürs Alter abgesichert sehen, sind 60 Jahre oder älter; bei den 35- bis 59-Jährigen ist das genau die Hälfte. Bei den bis 35-Jährigen fühlen sich 51 Prozent der Befragten finanziell nicht ausreichend abgesichtert.

jme


Nach oben

Video


DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach bewertet die Ergebnisse der Rentenkommission

Rentenkommission

Flyer "Rente mit Zukunft"

Kurs­wech­sel bei der Ren­te: Was jetzt pas­sie­ren muss
Weißer Text "Rente mit Zukunft" auf rotem Grund
DGB
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine acht Mitgliedsgewerkschaften wollen den Sinkflug der gesetzlichen Rente stoppen. Mit unserer Kampagne "Rente muss reichen" haben wir erreicht, dass die Politik sich bewegt. Wir haben erreicht, dass die Frage einer guten Alterssicherung wieder politisch diskutiert wird. Die neue Bundesregierung ist die ersten Schritte gegangen. In unserer Broschüre "Rente mit Zukunft" zeigen wir, wie es jetzt weitergehen muss.
weiterlesen …

DGB-Stellungnahme zum Entwurf des RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetzes (Rentenpaket I)

Dokument ist vom Typ application/pdf.

DGB-Stellungnahme zum "Rentenpaket I" - Entwurf eines Gesetzes über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz): "Der Gesetzentwurf ist in seinen Grundzügen und in wesentlichen Teilen zu begrüßen. In einigen Details und insbesondere bei der Finanzierung muss jedoch nachgebessert werden."

Mehr zum Thema Rente

Al­le Be­triebs­ren­ten brau­chen staat­li­chen In­sol­venz­schutz
Silhouette Senioren-Paar schwebt über den Händen eines Geschäftsmanns
DGB/Jakub Jirsak/123rf.com
Heute wird im Kabinett der Entwurf der Regelung zur Insolvenzsicherung von Betriebsrenten bei Pensionskassen beschlossen. "Die Betriebsrenten, die über Direktversicherungen und die Pensionskassen der Versicherungswirtschaft durchgeführt werden, ohne staatlicher Insolvenzsicherung zu lassen, ist angesichts der zu erwarteten Erschütterungen der Wirtschaft und der Finanzmärkte in Folge der Covid19-Pandemie fahrlässig", sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.
weiterlesen …

Be­richt der Ren­ten­kom­mis­sion: We­der Fluch noch Se­gen
Miniatur Rentnerpaar steht auf Goldmünzen
colourbox.de
Die Rentenkommission hat heute ihren Abschlussbericht zur Zukunft der Rente vorgelegt. Der DGB trägt den Bericht im Großen und Ganzen mit, hat aber in einigen Punkten Vorbehalte. Beim Rentenniveau haben die Gewerkschaften ein Sondervotum abgegeben, in dem sie deutlich machten, dass das Niveau von heute 48 Prozent als definitive Untergrenze festgelegt werden muss.
Zur Pressemeldung

Ak­zep­ta­bler Kom­pro­miss
Miniatur Rentnerpaar steht auf Goldmünzen
colourbox.de
„Der heutige Grundrenten-Beschluss des Kabinetts ist Grund zu Freude und gleichzeitig zu Bedauern“, sagte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Dadurch verbessert sich die Lebenssituation für über eine Million Rentnerinnen und Rentner. Dank CDU/CSU wird die Berechnung der Grundrente jedoch komplizierter und es profitieren weitaus weniger Menschen als ursprünglich vorgesehen.
Zur Pressemeldung

Grund­ren­te um­set­zen – Auf­wer­tung ge­rin­ger Ren­ten über­fäl­lig
Hand hält geöffneten, fast leeren Geldbeutel
DGB/Katarzyna Białasiewicz/123rf.com
Allen ist bekannt, dass das deutsche Rentensystem bei langjähriger Arbeit zu niedrigem Lohn nur unzureichende Renten gewährt. Schon seit vielen Jahren und Legislaturen wird daher diskutiert, geringe Renten aus langjähriger Beitragszahlung aufzuwerten. Doch aufgrund von Neiddebatten und aus Kostengründen wird dies immer wieder verworfen. Die CDU muss jetzt ihre Blockadehaltung aufgeben und zum gefundenen Kompromiss stehen.
weiterlesen …

DGB-Zu­kunfts­dia­lo­g: „Wir müs­sen mit­ge­stal­ten“
Thomas Ziegler mit Schild "Tarif. Gerecht. Für alle." am Düsseldorfer Flughafen 8.10.2019
DGB/Stefan Fahl
Den Wandel so gestalten, dass alle Schritt halten können – das ist seit jeher der Anspruch von Gewerkschaften. Tiefgreifende Umbrüche prägen unsere Gesellschaft und Arbeitsweltaktuell. Die richtigen Fragen tellen und Antworten finden – das will der Zukunftsdialog des DGB. Eine erste Bilanz zeigt ein Werkstattbericht.
weiterlesen …

Grund­ren­ten-­Ent­wur­f: wich­tig, aber "un­heim­lich kom­pli­zier­t"
Portrait Annelie Buntenbach
DGB/Joanna Kosowska
Das Bundesarbeitsministerium hat einen Entwurf zur Grundrente vorgelegt. "Wichtig ist jetzt, dass die Regelungen für die Grundrente transparent, nachvollziehbar und bei der großen Zahl der Berechtigten auch einfach umsetzbar sind. Dafür wird sich der DGB im Gesetzgebungsverfahren stark machen", sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.
weiterlesen …