Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB

On­li­ne-Pe­ti­tion: Grund­ren­te jetz­t! Le­bens­leis­tung ver­dient Re­spek­t.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert: Grundrente jetzt! Und zwar ohne Bedürftigkeitsprüfung. Unterstützen Sie jetzt unsere Online-Petition an CDU, CSU und SPD im Deutschen Bundestag. weiterlesen …

Grafik eines Taschenrechner sowie das Wort "Grundrenten-Rechner"; beides weiß auf rotem Grund
DGB

Der Grund­ren­ten-Rech­ner

Würden Sie von der geplanten Grundrente profitieren? Und wenn ja: Wieviel höher würde ihre Rente unterm Strich ausfallen? Rechnen Sie es aus mit unserem Grundrenten-Rechner. weiterlesen …

21.02.2019
Altersicherung

Grundrente – Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist die Grundrente, wie funktioniert sie und wie soll sie finanziert werden? Wir haben die wichtigsten Informationen zur Grundrente zusammengestellt.

Junge Frau schsut nachdenklich auf viele Fragezeichen

DGB/Ion Chiosea/123rf.com

  • Was ist die Grundrente?

    Wer jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll auch bei niedrigem Einkommen ordentlich abgesichert sein und nicht in die Grundsicherung im Alter fallen – das haben CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Grundrente soll diesen Auftrag umsetzen und den Respekt vor der Lebensleistung von Menschen zum Ausdruck bringen, die ihr Leben lang gearbeitet haben. Außerdem soll sie Altersarmut eindämmen.

  • Wie funktioniert die Grundrente?

    Wer mindestens 35 Jahre lang in Voll- oder Teilzeit gearbeitet und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt, aber wenig verdient hat, soll im Alter nicht mehr in die Grundsicherung fallen. Kindererziehungszeiten oder die Pflege von Angehörigen sollen angerechnet werden, das heißt, es wird bei der Bestimmung der so genannten Grundrentenzeiten auch berücksichtigt, wenn jemand Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat. Der Plan: Die Rentenversicherung stuft die erworbenen Rentenpunkte automatisch hoch – dadurch steigt der Rentenanspruch. Eine Prüfung, ob die Grundrentenbezieherinnen und -bezieher bedürftig sind, soll es nicht geben. Sie müssen ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse also nicht offenlegen.

  • Was ist der Unterschied zwischen der Grundrente und der Grundsicherung im Alter?

    Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist eine bedarfsdeckende Sozialleistung, mit der bedürftige Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Grundsicherung liegt derzeit bei monatlich 424 Euro plus Wohn- und Heizkosten bei angemessenem Wohnraum. Die Bedürftigkeit der Leistungsbezieherinnen und -bezieher wird überprüft. Die Grundrente soll sich nicht an der Bedürftigkeit orientieren, sondern an der Lebensleistung eines Menschen – deshalb ist eine Bedürftigkeitsprüfung nicht vorgesehen. Die Höhe der Grundrente hängt von den individuellen Beiträgen ab. Der maximale Zuschlag gegenüber den bisherigen Rentenansprüchen liegt bei 447 Euro pro Monat.

  • Welche Bedingungen muss man erfüllen, um die Grundrente zu bekommen?

    Anspruch auf die Grundrente haben Menschen mit niedrigen Rentenansprüchen, die mindestens 35 Jahre so genannte Grundrentenzeiten vorweisen können und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben – dazu gehören Zeiten, in denen man Voll- oder Teilzeit gearbeitet hat, aber auch Zeiten, in denen man Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat.

  • Wann wird die Grundrente voraussichtlich kommen?

    Die neue Regelung soll am 1. Januar 2021 in Kraft treten.

  • Soll die Grundrente auch für Menschen gelten, die jetzt schon in Rente sind?

    Die Grundrente soll für alle gelten, das heißt sie kommt nicht nur zukünftigen Rentnerinnen und Rentnern, sondern auch den aktuellen Rentnerinnen und Rentnern zugute.

Älteres Paar auf Parkbank, Rückenansicht

DGB/Wavebreak Media Ltd/123rf.com

  • Wie hoch soll die Grundrente sein?

    Die Höhe der Grundrente hängt von den individuellen Beiträgen ab. Die Pläne des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sehen vor, dass der maximale Zuschlag gegenüber den bisherigen Rentenansprüchen bei 448 Euro pro Monat liegt.

  • Wie wird die Grundrente berechnet?

    Wer arbeitet und Rentenversicherungsbeiträge zahlt, sammelt so genannte Entgeltpunkte. Sie sind die Grundlage für die Berechnung der Rentenansprüche. Pro Jahr Durchschnittsverdienst gibt es einen Entgeltpunkt. Derzeit liegt der Durchschnittsverdienst bei knapp 39.000 Euro brutto im Jahr. Die monatliche Rente ergibt sich, indem man die angesammelten Entgeltpunkte multipliziert mit dem Rentenwert, der jedes Jahr angehoben wird. Derzeit liegt er im Westen bei 32,03 Euro, im Osten bei 30,69 Euro.

    Der geplante Zuschlag bekommen Rentnerinnen und Rentner, die im Schnitt weniger als 0,8 Entgeltpunkte pro Jahr haben, weil ihr Verdienst unter dem Durchschnitt lag. Dafür werden für 35 Jahre die individuellen Entgeltpunkte verdoppelt, höchstens aber auf 0,8 erhöht. Ein Beispiel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS): Eine Friseurin, die 40 Jahre Vollzeit gearbeitet und den Mindestlohn erhalten hat, kommt derzeit auf eine monatliche Rente von 606 Euro. Mit der Grundrente käme sie künftig auf eine Monatsrente von 973 Euro. Bei höheren Renten schmilzt der Zuschlag allmählich ab.

  • Muss man die Grundrente selbst beantragen? Falls ja, wann, wo und wie?

    Nein, nach den Plänen von Bundesarbeitsminister Huberts Heil müsste die Grundrente nicht extra beantragt werden. Dies ist Kerngedanke der Idee: Es muss nur die normale Rente beantragt werden und ohne weitere Angaben wird die Grundrente automatisch mit ausgezahlt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Auch wer schon in Rente ist, müsste dann nichts gesondert beantragen. 

  • Kann die Einführung der Grundrente allein sicherstellen, dass Rentnerinnen und Rentner, die die Voraussetzungen für sie erfüllen, nicht mehr in die Grundsicherung fallen?

    Für die meisten Rentnerinnen und Rentner reicht die Grundrente, um nicht in die Grundsicherung im Alter zu fallen. Wenn aber die Wohnung überdurchschnittlich teuer ist – zum Beispiel in Großstädten wie Hamburg oder München – oder wenn jemand höhere Kosten hat wegen einer Behinderung, kann es sein, dass die Grundrente nicht alles abdeckt.

    Deswegen sehen die Vorschläge des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales flankierende Maßnahmen vor: Beim Wohngeld soll es für Rentnerinnen und Rentner künftig einen pauschalen Freibetrag geben, wie es ihn bereits für schwerbehinderte Menschen in Höhe von 125 Euro gibt. Die Miet- und Einkommensgrenzen beim Wohngeld sollen entgegen der bisherigen Rechtslage regelmäßig angepasst werden, damit niemand wegen einer Rentenerhöhung seinen Wohngeldanspruch verliert. Außerdem soll, wer 35 Jahre rentenversichert war, einen Freibetrag in der Grundsicherung erhalten. Er soll 25 Prozent der individuellen Rente betragen, höchstens aber 106 Euro.

  • Gelegentlich ist auch von einer Respekt-Rente die Rede. Ist das etwas anderes als die Grundrente?

    Nein, es ist nur ein anderer Name, der gelegentlich verwendet wird. Die offizielle Bezeichnung, die auch im Gesetzentwurf stehen soll, ist Grundrente.

  • Warum soll die Grundrente eingeführt werden?

    Viele Menschen, vor allem Frauen, fallen trotz eines langen Arbeitslebens im Alter in die Grundsicherung, weil sie wenig verdient haben. Frauen haben noch immer niedrigere Stundenlöhne als Männer und arbeiten sehr viel häufiger wegen der Familie nur in Teilzeit. Gerade Frauen würden daher von der Grundrente profitieren und die Diskriminierung ein bisschen ausgeglichen. Aber auch Männer in schlecht bezahlten Stellen profitieren davon. Die Regierungsparteien haben im Koalitionsvertrag beschlossen, die Rente von langjährig Versicherten aus Respekt vor der Lebensleistung von Menschen deutlich aufzuwerten.

  • Wie soll die Grundrente finanziert werden?

    Die Grundrente soll aus Steuermitteln finanziert werden, weil Lebensleistung zu würdigen und Altersarmut zu mindern gesamtgesellschaftliche Aufgaben sind. So beteiligen sich auch Menschen an der Finanzierung der Grundrente, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung sind wie zum Beispiel Selbständige, Beamte und Politiker.

  • Wie viele Menschen werden von der Grundrente profitieren?

    Das hängt von der konkreten Ausgestaltung des Gesetzes ab. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales rechnet derzeit damit, dass drei bis vier Millionen Rentnerinnen und Rentner die Grundrente bekommen würden, wenn die Regelung am 1. Januar 2021 in Kraft tritt.

  • Wer wird die Grundrente bekommen?

    Zu 75 Prozent würden Frauen von der neuen Grundrente profitieren. Der Grund: Sie haben wegen Kindererziehungszeiten oder der Pflege von Angehörigen häufiger als Männer in Teilzeit gearbeitet. Und noch immer werden Frauen schlechter bezahlt, sogar im gleichen Beruf.

  • Wie hoch werden die Kosten der Grundrente nach den derzeitigen Plänen?

    Der Bundesarbeitsminister spricht in Interviews von einem einstelligen Milliardenbetrag pro Jahr. Präzisere Angaben wird man machen können, wenn der Gesetzentwurf vorliegt.


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Meldungen zur Grundrente

Le­bens­leis­tung ver­dient Re­spekt – Grund­ren­te jetz­t!
lachendes älteres Pärchen stehen sich umarmend unter einem Baum
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Das Netzwerk Gerechte Rente begrüßt den Vorschlag von Bundesminister Heil für eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung. „Von der Rente muss man auch bei geringem Lohn, Teilzeit oder Arbeitslosigkeit in Würde leben können“, sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Die Koalition muss den Weg für die Grundrente jetzt schnell freimachen.
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Grund­ren­te: Ein gu­ter Vor­schlag für ein gu­tes Stück ge­sell­schaft­li­che Ge­rech­tig­keit
Männlcihe Hand mit mehreren Stapeln Münzen
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Der Bundesarbeitsminister hat einen Vorschlag zur Grundrente vorgelegt. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern nun die schnelle Umsetzung des Modells ohne Änderungen. Kritiker sehen durch diese Grundrente ohne die Überprüfung der persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse neue gesellschaftliche Ungerechtigkeiten drohen. Doch ihre Argumente sind bei genauem Hinsehen nicht haltbar.
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Mehr­heit in Um­fra­ge für Grund­ren­te
Älterer Mann, ältere Frau, jüngerer Mann, jüngere Frau lehnen an Holz-Geländer und blicken lächelnd in die Ferne
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Mit 61 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit der Befragten im aktuellen „ZDF-Politbarometer“ für die Einführung einer Grundrente aus.
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DGB un­ter­stützt Grund­ren­ten­kon­zept von Ar­beits­mi­nis­ter Heil
Portrait ältere Frau
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Der DGB unterstützt das Konzept für eine Grundrente aus dem Bundesarbeitsministerium. Danach sollen Menschen, die 35 und mehr Jahre zu einem Niedriglohn gearbeitet haben, eine Erhöhung der Rente erhalten. Wer ein Leben lang gearbeitet habe, soll im Alter auch nicht zum Sozialamt müssen, sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.
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DGB un­ter­stützt Grund­ren­te oh­ne Be­dürf­tig­keits­prü­fung
DGB Vorsitzender Reiner Hommann im Interview mit den ARD Tagesthemen
ARD/Tagesthemen
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat Pläne für eine Grundrente vorgestellt. Danach sollen Millionen Geringverdiener, die lange gearbeitet haben, automatisch höhere Renten bekommen. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann unterstützt den Vorschlag: „Es ist wichtig, dass keine Bedürftigkeitsprüfung vorausgesetzt wird, weil die Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und sich einen kleinen Wohlstand erwirtschaftet haben, darum nicht bangen sollen.“
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DGB for­dert Auf­wer­tung von nied­ri­gen Ren­ten
Nahaufnahme Gesichter alte und junge Frau
DGB/Dunca Daniel/123rf.com
"Eine Grundrente, so wie sie im Koalitionsvertrag angekündigt wird, wäre mit viel bürokratischem Aufwand verbunden. Das wäre viel zu kurz gesprungen, wenn wir drohende Altersarmut wirklich wirksam bekämpfen wollen", sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Der DGB macht stattdessen einen effektiveren Vorschlag.
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